Wer schon einmal in einer CrossFit-Box oder einem HIIT-Kurs gestanden hat, kennt sie mit Sicherheit: Burpees. Keine andere Übung vereint so viel Effizienz mit so viel Anstrengung auf so kleinem Raum – und kaum eine andere spaltet die Meinungen so sehr.

Muskelgruppen: Ganzkörper (Brust, Arme, Schultern, Rumpf, Gesäß, Oberschenkel, Waden) ·
Wirkung: Steigerung der kardiovaskulären Fitness und Muskelkraft ·
Beliebtheit: Standardübung in CrossFit und HIIT ·
Empfohlene Ausführung: Mit korrekter Form, um Verletzungen zu vermeiden

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Optimale Anzahl täglicher Burpees für langfristigen Trainingseffekt
  • Langzeitauswirkungen auf Gelenke bei hoher Wiederholungszahl
  • Der genaue Anstieg der Herzfrequenz bei Burpees ist individuell unterschiedlich und nicht allgemein quantifiziert.
  • 1939: Erfindung durch Royal H. Burpee – genaue Quellenlage unklar.
  • 2000er: Integration in CrossFit – Bestätigung durch Trainingsprogramme, aber keine gesicherte Primärquelle.
  • Heute: Standard-Kraftübung – allgemein anerkannt, aber ohne direkten Quellenbeleg.
4Wie es weitergeht
  • Zunehmend modifizierte Varianten für Einsteiger und Personen mit Gelenkproblemen
  • Mehr wissenschaftliche Studien zur Gelenkbelastung von Burpees erwartet

Sechs Fakten über Burpees, die man kennen sollte – von der Entstehungsgeschichte bis zu den beanspruchten Muskelgruppen.

Merkmal Details
Erfinder Royal H. Burpee
Jahr der Erfindung 1939
Primäre Muskelgruppen Ganzkörper (Brust, Arme, Schultern, Rumpf, Gesäß, Oberschenkel, Waden)
Typische Verwendung CrossFit, HIIT, Konditionstraining
Kalorienverbrauch (ca.) 10–15 Kalorien pro Minute bei moderatem Tempo
Schwierigkeitsgrad Mittel bis hoch – erfordert Koordination und Grundkraft

Was genau ist ein Burpee?

Wie wird ein Burpee definiert?

  • Ein Burpee ist eine Ganzkörperübung, die typischerweise eine Kniebeuge, einen Liegestütz und einen Strecksprung zu einer fließenden Bewegung kombiniert (Gerolsteiner Brunnen, Fitness-Ratgeber).
  • Die Übung wurde 1939 von dem US-amerikanischen Physiologen Royal H. Burpee als einfacher Fitness-Test entwickelt.
  • Ursprünglich bestand der Burpee nur aus vier Schritten – der Liegestütz und der Sprung kamen erst später als Option hinzu.

Das Lauf- und Fitnessmagazin Runner’s World beschreibt die klassische Ausführung als Abfolge aus hüftbreitem Stand, Hocke, Liegestützposition, Rückkehr in die Hocke und abschließendem Sprung nach oben. Was simpel klingt, ist in der Praxis eine hochkomplexe Bewegung, die Koordination, Kraft und Ausdauer gleichzeitig fordert.

Das Paradox

Burpees sehen einfach aus, sind aber technisch anspruchsvoller als die meisten anderen Körpergewichtsübungen. Die Kombination aus vertikaler und horizontaler Bewegungsebene macht sie so effektiv – und so fehleranfällig.

Die Definition hat sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt. Während der ursprüngliche Burpee-Test von Royal H. Burpee nur die Hocke und den Sprung zurück in den Stand umfasste, setzte sich im Laufe der Zeit die Variante mit Liegestütz und Strecksprung als Standard durch. Heute versteht man unter einem Burpee in der Regel genau diese Version.

Das bedeutet: Wer Burpees trainiert, trainiert nicht nur Muskeln, sondern auch das Herz-Kreislauf-System und die Koordination. Die Übung ist ein Ganzkörper-Workout in einer einzigen Bewegung.

Was machen Burpees für den Körper?

Welche Muskelgruppen werden trainiert?

  • Burpees beanspruchen Brust-, Arm-, Schulter-, Rumpf-, Gesäß-, Oberschenkel- und Wadenmuskulatur (FIT FOR FUN, Fitnessmagazin).
  • Der Fitness-Ratgeber von Gerolsteiner nennt zusätzlich die Hüftbeuger und die Rückenstrecker als wesentlich beteiligte Muskelgruppen.
  • Durch den Liegestützanteil werden Trizeps und Brustmuskeln besonders gefordert.

Die Muskelaktivierung bei Burpees ist außergewöhnlich hoch, weil der Körper ständig zwischen verschiedenen Bewegungsmustern wechselt: aus der Hocke in die Planke, zurück in die Hocke und in den Sprung. Jeder dieser Wechsel erfordert eine neue Anspannungskette.

Welche kardiovaskulären Vorteile bieten Burpees?

  • Burpees steigern die Herzfrequenz innerhalb weniger Sekunden auf bis zu 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz.
  • Regelmäßiges Burpees-Training verbessert nachweislich die Schnellkraft und die aerobe Ausdauer (Gerolsteiner Brunnen, Fitness-Ratgeber).
  • Der hohe Kalorienverbrauch macht Burpees zu einer der effizientesten Übungen für das Herz-Kreislauf-Training.
Warum das zählt

In einer Trainingseinheit von zehn Minuten kann man mit Burpees mehr Kalorien verbrennen als mit den meisten anderen Körpergewichtsübungen – vorausgesetzt, die Technik bleibt sauber.

Der Effekt: Burpees sind kein isoliertes Krafttraining, sondern ein metabolisches Ganzkörper-Workout. Sie fordern das Herz-Kreislauf-System ähnlich stark wie Sprints, trainieren aber gleichzeitig die Muskulatur. Für Menschen, die wenig Zeit haben, sind Burpees eine der effizientesten Trainingsmethoden überhaupt.

Was das für dich bedeutet: Wer regelmäßig Burpees in sein Training einbaut, verbessert sowohl die Kraftausdauer als auch die kardiovaskuläre Fitness – und das mit einer einzigen Übung.

Was sind die Nachteile von Burpees?

Verletzungsrisiken

Fitness-Trainer sehen die Hauptgefahr nicht in der Übung selbst, sondern in der Art, wie sie häufig ausgeführt wird: ruckartig, mit durchhängendem Rücken und ohne Kontrolle. Besonders Einsteiger neigen dazu, die Bewegung zu beschleunigen, bevor sie die korrekte Form verinnerlicht haben.

Hohe Belastung für Gelenke

  • Die wiederholte Landung aus dem Sprung und der schnelle Wechsel in die Hocke belasten Knie- und Sprunggelenke stark.
  • Das Aufsetzen der Hände in der Liegestützposition kann bei schwachen Handgelenken zu Schmerzen führen.
  • Für Personen mit bestehenden Gelenkproblemen sind Burpees ohne Modifikation nicht geeignet.

Der Trade-off: Burpees sind extrem effektiv, aber sie verzeihen keine Technikfehler. Wer mit Übergewicht, schwachen Handgelenken oder Knieproblemen startet, sollte modifizierte Varianten wählen – zum Beispiel ohne Liegestütz oder ohne Sprung. Das lohnt sich, denn die Grundbewegung bleibt auch in der reduzierten Form wirkungsvoll.

Die Konsequenz: Burpees verlangen eine saubere Ausführung. Fehler belasten Gelenke und Rücken – wer nicht bereit ist, Technik zu lernen, sollte einfachere Alternativen wählen.

Was bewirken 30 Burpees pro Tag?

Auswirkungen nach zwei Wochen

  • 30 Burpees pro Tag über zwei Wochen können die Ausdauer und die Kraftausdauer spürbar verbessern.
  • Der tägliche Kalorienmehrverbrauch von etwa 50 bis 80 Kalorien kann bei gleichbleibender Ernährung zu einem leichten Gewichtsverlust führen.
  • Sichtbare Ergebnisse sind nach zwei Jahren nicht garantiert, aber möglich – abhängig von der Ausgangsfitness und der Ausführungsqualität.

Die Forschungslage zu exakten Daily-Burpee-Effekten ist dünn. Es gibt keine groß angelegten Studien, die die optimale Anzahl täglicher Burpees bestimmen. Was man aus Trainingslehre und praktischer Erfahrung weiß: Die Belastung muss stimmen. 30 Burpees am Stück sind für trainierte Personen eine moderate Herausforderung, für Anfänger dagegen eine enorme Belastung.

Unterschied zu 10 Burpees pro Tag

  • 10 Burpees pro Tag sind eher als aktive Erholung oder als kurzes Warm-up geeignet, nicht als eigenständiges Training.
  • 30 Burpees erzeugen einen messbaren Trainingseffekt – die Herzfrequenz steigt signifikant an, die Muskulatur wird spürbar gefordert.
  • Der Unterschied zwischen 10 und 30 Wiederholungen ist nicht nur quantitativ: Bei 30 Wiederholungen kommt der metabolische Effekt voll zum Tragen.

Die Einordnung: Wer 30 Burpees pro Tag macht, investiert etwa zwei bis drei Minuten reine Bewegungszeit. Das klingt wenig, aber die kumulative Wirkung über zwei Wochen ist beachtlich. Allerdings: Ohne saubere Technik multipliziert man auch das Verletzungsrisiko. Besser zehn saubere Burpees als 30 schlampige.

Fazit für dein Training: 30 Burpees täglich können in zwei Wochen spürbare Fortschritte bringen – aber nur, wenn die Ausführung stimmt. Für Einsteiger sind 10–15 saubere Wiederholungen der bessere Start.

Wie führt man einen Burpee richtig aus?

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Sechs Schritte, die den korrekten Bewegungsablauf beschreiben – nach Angaben von Runner’s World (Lauf- und Fitnessmagazin) und FIT FOR FUN (Fitnessmagazin).

  1. Aufrecht hüftbreit stehen, Arme an den Seiten. Hinweis: Körperspannung bereits im Stand aufbauen.
  2. In die Hocke gehen, Hände schulterbreit vor den Füßen auf dem Boden aufsetzen. Hinweis: Fersen bleiben am Boden, Rücken gerade.
  3. Füße nach hinten in die Liegestützposition springen. Hinweis: Rumpf und Gesäß konstant anspannen – kein Hohlkreuz (Freeletics, Trainings-App).
  4. Einen Liegestütz ausführen (optional – Einsteiger lassen ihn weg). Hinweis: Brust bis fast zum Boden senken, nicht nur die Hüfte.
  5. Füße nach vorne zur Hocke zurück springen. Hinweis: Knie nicht nach innen fallen lassen.
  6. Aus der Hocke nach oben springen, Arme über den Kopf strecken. Hinweis: Weich landen, Knie leicht beugen.

Häufige Fehler vermeiden

  • Durchhängender Rücken in der Liegestützposition – das verlagert die Last auf die Wirbelsäule.
  • Knie schießen in der Hocke zu weit nach vorn – das belastet die Gelenke (Freeletics, Trainings-App).
  • Keine vollständige Streckung beim Sprung – das reduziert die Trainingswirkung.
  • Zu schnelles Tempo ohne Kontrolle – Men’s Health Deutschland warnt, dass bei Männern häufig Technikverlust auftritt, wenn die Übung zu schnell ausgeführt wird.
Das Fazit

Einsteiger sollten auf den Liegestütz verzichten und den Sprung durch einen kleinen Hopfer ersetzen. Die Technik ist wichtiger als die Anzahl der Wiederholungen – das bestätigen Men’s Health Deutschland und FIT FOR FUN übereinstimmend.

Upsides

  • Ganzkörpertraining in einer einzigen Übung
  • Hoher Kalorienverbrauch pro Minute
  • Steigert Ausdauer und Schnellkraft
  • Kein Equipment nötig
  • Flexibel einsetzbar (Warm-up, Workout, Finisher)

Downsides

  • Hohe Verletzungsgefahr bei falscher Technik
  • Starke Belastung von Handgelenken und Knien
  • Nicht für absolute Anfänger ohne Modifikation geeignet
  • Kann bei Übertraining zu Überlastungsschäden führen
  • Erfordert gute Körperspannung und Koordination

Bestätigte Fakten vs. Unklares

Bestätigte Fakten

  • Burpees sind eine Ganzkörperübung, die Kniebeuge, Liegestütz und Sprung kombiniert (Gerolsteiner Brunnen).
  • Die Übung trainiert Brust, Arme, Schultern, Rumpf, Gesäß, Oberschenkel und Waden (FIT FOR FUN).

Was unklar ist

  • Die optimale Anzahl täglicher Burpees für nachhaltige Trainingserfolge ist nicht wissenschaftlich belegt.
  • Langzeitauswirkungen auf Gelenke bei regelmäßiger, hoher Wiederholungszahl sind nicht ausreichend erforscht.
  • Ob Burpees ohne Liegestütz und Sprung ähnlich effektiv sind wie die Vollversion, ist umstritten.
  • Der genaue Anstieg der Herzfrequenz bei Burpees ist individuell unterschiedlich und nicht allgemein quantifiziert.
  • Historische Angaben (Erfindung 1939, Integration in CrossFit) sind allgemein bekannt, aber ohne direkten wissenschaftlichen Quellenbeleg.

Stimmen aus der Fitness-Praxis

„Die meisten Verletzungen bei Burpees passieren, weil die Leute zu schnell werden. Sie opfern die Technik dem Tempo – und das rächt sich. Erst die Kontrolle, dann die Geschwindigkeit.”

– Erfahrener Fitness-Trainer (aus der Trainingspraxis)

„Burpees sind eine der effektivsten Übungen, die man ohne Geräte machen kann. Aber sie sind kein Spielzeug für Anfänger. Wer nicht bereit ist, die Technik zu lernen, sollte mit einfacheren Übungen starten.”

– Fitnesstrainer, zitiert im Runner’s World Magazin

Burpees fordern und fördern – aber sie sind kein Allheilmittel. Wer sie richtig einsetzt, profitiert von einer der effizientesten Körpergewichtsübungen überhaupt. Wer sie unterschätzt, riskiert Verletzungen. Für Einsteiger in Deutschland, die mit dem Training beginnen wollen, ist der Weg klar: Mit modifizierten Varianten starten, die Technik verinnerlichen und erst dann das Tempo steigern. Andernfalls bleibt der Burpee das, was viele Kritiker schon lange sagen: eine Übung mit zu hohem Risiko für den durchschnittlichen Hobby-Sportler.

Weitere Quellen

upfit.de, wodstore.de, youtube.com

Wer seine Burpees intensivieren möchte, findet in Burpees mit Hanteln eine effektive Variante für das Heimtraining.

Häufig gestellte Fragen

Können Burpees beim Abnehmen helfen?

Ja, Burpees haben einen hohen Kalorienverbrauch von etwa 10 bis 15 Kalorien pro Minute und regen den Stoffwechsel an. In Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung können sie zur Gewichtsreduktion beitragen, sind aber kein Ersatz für ein umfassendes Trainings- und Ernährungsprogramm.

Ist ein Burpee als Aufwärmübung geeignet?

Burpees sind als alleinige Aufwärmübung weniger geeignet, da sie die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System sehr schnell stark belasten. Besser eignen sich dynamische Dehnübungen und leichte Cardio-Einheiten, bevor man mit Burpees im Hauptteil startet.

Wie viele Burpees sollte man pro Tag machen?

Das hängt vom Fitnesslevel ab. Für Einsteiger sind 10 bis 15 Burpees in moderatem Tempo ein guter Start. Fortgeschrittene können 30 bis 50 Burpees pro Tag einplanen, sollten aber auf die korrekte Ausführung achten. Eine Pause von mindestens 24 Stunden zwischen intensiven Burpee-Einheiten wird empfohlen.

Welche Alternativen gibt es zu Burpees?

Gute Alternativen mit ähnlichem Trainingseffekt sind Mountain Climbers, Jumping Jacks kombiniert mit Liegestützen, Squat Thrusts (Burpees ohne Liegestütz) oder der einfachere Inchworm. Diese Übungen schonen die Gelenke und eignen sich besser für Einsteiger.

Sind Burpees für Personen mit Rückenproblemen geeignet?

Bei bestehenden Rückenproblemen sollten Burpees nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Physiotherapeuten durchgeführt werden. Die explosive Bewegung und die Belastung der Wirbelsäule können bestehende Beschwerden verschlimmern. Modifizierte Varianten ohne Sprung und mit reduzierter Bewegungsamplitude sind möglich, aber nicht ohne Risiko.

Verbessern Burpees die Schnellkraft?

Ja, Burpees trainieren die Schnellkraft, insbesondere in den Beinen und im Rumpf. Der explosive Wechsel aus der Hocke in den Sprung fördert die reaktive Kraft und die Koordination der Muskulatur. Das ist einer der Gründe, warum Burpees im CrossFit-Training Standard sind.

Gibt es Burpee-Varianten mit weniger Belastung?

Ja, es gibt mehrere gelenkschonende Varianten: Burpees ohne Liegestütz, Burpees ohne Sprung (Squat Thrust), Burpees mit Schritt statt Sprung in die Planke und sogenannte „Half Burpees”, bei denen man nur bis zur Planke geht und zurückkommt. Alle diese Varianten reduzieren die Belastung für Handgelenke, Knie und Wirbelsäule deutlich.