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Sturmböen: Definition, Warnstufen und Unterschied zum Orkan

Freddie Edward Morgan Davies • 2026-08-06 • Gepruft von Oliver Weber

Wenn der Wind plötzlich mit voller Wucht gegen die Fenster drückt und Äste wie Streichhölzer knicken, ist die erste Frage oft: Ist das ein normaler Sturm oder schon eine Sturmböe? Die Unterscheidung ist nicht nur eine akademische – sie entscheidet darüber, ob der Deutsche Wetterdienst eine einfache Warnung oder eine Unwetterwarnung herausgibt.

Sturmböen (DWD-Warnkriterien): 65–89 km/h (9 Bft) ·
Schwere Sturmböen: 90–104 km/h (10 Bft) ·
Orkanartige Böen: 105–119 km/h (11 Bft) ·
Orkan: ab 120 km/h (12 Bft) ·
Häufigkeit in Deutschland: mehrere Male pro Jahr

Kurzüberblick

1Sturmböen
2Schwere Sturmböen
3Orkanartige Böen
  • 105–119 km/h (11 Bft) nach DWD Windtabelle
  • schwere Schäden möglich (DWD Windtabelle)
  • Unwetterwarnung (Warnstufe 3) (DWD Windtabelle)
4Orkan
  • ≥120 km/h (12 Bft) nach DWD Warnkriterien
  • schwerste Schäden (DWD Warnkriterien)
  • extreme Unwetterwarnung (DWD Warnkriterien)

Was bedeutet „Sturmböen“?

Eine Sturmböe ist eine kurzzeitige, kräftige Windspitze, die die mittlere Windgeschwindigkeit deutlich übersteigt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert Sturmböen als Böen ab 62 km/h (34 Knoten, Beaufort 8). Im Warnalltag gelten jedoch abgestufte Kriterien: laut DWD-Wettergefahren werden Böen zwischen 65 und 89 km/h als Sturmböen eingestuft – das entspricht Beaufort 9.

Abgrenzung zu starken Böen und Orkanböen

Während starke Böen bereits ab 50 km/h auftreten können, setzt der DWD die Schwelle für eine amtliche Warnung bewusst höher an. Orkanböen beginnen erst bei 120 km/h (Beaufort 12). Dazwischen liegen schwere Sturmböen (90–104 km/h) und orkanartige Böen (105–119 km/h). Die folgende Tabelle fasst die Einstufungen zusammen.

Bezeichnung Geschwindigkeit Beaufort Warnstufe
Sturmböe 65–89 km/h 9 Bft Markante Wetterwarnung
Schwere Sturmböe 90–104 km/h 10 Bft Markante Wetterwarnung
Orkanartige Böe 105–119 km/h 11 Bft Unwetterwarnung
Orkan (Böe) ≥120 km/h 12 Bft Extreme Unwetterwarnung

Die Einstufung folgt den offiziellen DWD-Warnkriterien.

Woher stammt das Wort Sturmböe?

Das Wort „Böe“ entstammt dem Niederdeutschen und bedeutet „heftiger Windstoß“. In Zusammensetzung mit „Sturm“ beschreibt es die plötzliche, kurzzeitige Zunahme der Windgeschwindigkeit innerhalb eines Sturms. Der Duden führt den Begriff auf das mittelniederdeutsche „bōe“ zurück.

Was ist der Unterschied zwischen Orkan und Sturm?

Ein Sturm ist eine länger anhaltende Windgeschwindigkeit von mindestens 75 km/h (Beaufort 9). Ein Orkan dagegen erreicht mindestens 120 km/h (Beaufort 12) im Mittelwind über zehn Minuten. Der entscheidende Punkt: Eine Sturmböe kann orkanartige Spitzen bringen, ohne dass der Mittelwind Orkanstärke erreicht. Die Augsburger Allgemeine beschreibt diesen Unterschied als zentral für die Warnpraxis.

„Ein Sturmtief kann orkanartige Böen bringen, ohne dass der mittlere Wind deswegen schon Orkanstärke erreicht.“ – Augsburger Allgemeine

„Der DWD unterscheidet in seiner Windgeschwindigkeits-Tabelle Beaufort 11 als orkanartigen Sturm mit 103 bis 117 km/h und Beaufort 12 als Orkan ab 118 km/h.“ – DWD Windtabelle

Windstärken im Vergleich

Die Beaufort-Skala ordnet jedem Windphänomen eine Stufe zu. Sturm entspricht Stufe 9, schwerer Sturm Stufe 10, orkanartiger Sturm Stufe 11 und Orkan Stufe 12. Die folgende Tabelle zeigt die Mittelwinde, nicht die Böen.

Beaufort Bezeichnung Mittelwind (km/h)
9 Sturm 75–88
10 Schwerer Sturm 89–102
11 Orkanartiger Sturm 103–117
12 Orkan ≥118

Welche Windgeschwindigkeit hat eine Sturmböe?

Eine Sturmböe erreicht nach DWD-Warnkriterien 65–89 km/h (18–24 m/s, 34–47 Knoten). Schwere Sturmböen liegen bei 90–104 km/h, orkanartige Böen bei 105–119 km/h und Orkanböen ab 120 km/h. Die Werte beziehen sich auf die Spitzenböe, nicht auf den Mittelwind. Das ESKP beschreibt Böen als „kurzfristige Überschreitungen des Mittelwinds um mindestens 5 m/s innerhalb weniger Sekunden (3 bis 20 s)“.

Praxishinweis: Eine einzelne Böe kann doppelt so stark sein wie der angesagte Mittelwind. Deshalb warnen Meteorologen oft vor „orkanartigen Böen“ selbst wenn der Gesamtsturm nur Stärke 10 erreicht.

Achtung: Auch bei einer „nur“ stürmischen Böe von 65 km/h können bereits Äste abbrechen und lose Gegenstände zu Geschossen werden. Unterschätzen Sie die Gefahr nicht.

Welche Sturmarten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Neben Sturmböen und Orkanen gibt es weitere Phänomene: Windhosen (Tornados) sind lokale, rotierende Luftsäulen mit extremen Geschwindigkeiten. Der DWD warnt auch vor Gewitterböen, die oft mit Starkregen und Hagel einhergehen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Phänomen Charakteristik Geschwindigkeit (Böen)
Sturmböe kurze, kräftige Windspitze 65–89 km/h
Schwere Sturmböe kurze Windspitze, höhere Intensität 90–104 km/h
Orkanartige Böe sehr kurze Spitze, orkanähnlich 105–119 km/h
Orkan langanhaltender Mittelwind ≥120 km/h
Windhose/Tornado rotierende Luftsäule, lokal oft >200 km/h

Zeitleiste: Sturmböen in Deutschland

  • Aktuell: Sturmtiefs über Norddeutschland bringen wiederholt Sturmböen und Orkanböen.
  • Saison: Häufung in Herbst- und Wintermonaten.
  • Historisch: Schwere Orkane wie Kyrill (2007) und Friederike (2018) mit verheerenden Sturmböen.

Bestätigte Fakten und Unsicherheiten

Der DWD definiert Sturmböen eindeutig: 65–89 km/h im Warnkriterium. Schwere Sturmböen 90–104 km/h, orkanartige Böen 105–119 km/h, Orkanböen ab 120 km/h. Diese Werte sind durch DWD-Warnkriterien und DWD-Wettergefahren belegt.

Was unklar bleibt: Die exakte Herkunft des Wortes „Böe“ ist nicht abschließend belegt. Auch die zukünftige Häufigkeit von Sturmböen durch den Klimawandel bleibt unsicher. Zudem können die Warnkriterien zwischen verschiedenen Wetterdiensten geringfügig abweichen.

Die Kernaussage: Der DWD warnt bei Sturmböen ab 65 km/h, aber die Gefahr steigt mit jeder Stufe. Orkanartige Böen und Orkanböen lösen Unwetterwarnungen aus – das ist die entscheidende Grenze für Bevölkerungsschutz und Eigenvorsorge.

Weiterführende Links

Wer verstehen möchte, ab wann eine Böe tatsächlich gefährlich wird, findet in der Einteilung der Sturmböen-Klassen eine detaillierte Unterteilung nach Windstärken.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Sturmböen

Was ist eine Sturmböe?

Eine Sturmböe ist ein kurzzeitiger, kräftiger Windstoß, der die mittlere Windgeschwindigkeit deutlich übersteigt und nach DWD-Warnkriterien 65–89 km/h erreicht.

Welche Windstärke hat eine Sturmböe?

Sie entspricht Beaufort 9 (65–89 km/h). Schwere Sturmböen erreichen Beaufort 10 (90–104 km/h).

Wie entsteht eine Sturmböe?

Sturmböen entstehen durch starke Druckunterschiede in der Atmosphäre, häufig in Verbindung mit Kaltfronten oder Gewittern.

Wie unterscheidet sich eine Sturmböe von einem Orkan?

Eine Sturmböe ist eine kurze Spitzenböe, ein Orkan ist ein langanhaltender Mittelwind von mindestens 120 km/h (Beaufort 12).

Welche Schäden können Sturmböen verursachen?

Sie können Äste abbrechen, Dachziegel lösen, Zäune umwerfen und lose Gegenstände zu Geschossen machen.

Wie sollte man sich bei Sturmböen verhalten?

Halten Sie Abstand von Bäumen und Gebäuden, sichern Sie lose Gegenstände auf dem Balkon und meiden Sie Wälder. Verfolgen Sie die Warnungen des DWD.



Freddie Edward Morgan Davies

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Freddie Edward Morgan Davies

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.