Manche Musikinstrumente wirken auf den ersten Blick wie ein Puzzle aus Tasten, Knöpfen und einem Balg – und genau das macht das Akkordeon so faszinierend. Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen: Ist es schwer zu lernen? Was kostet ein gutes Modell? Und worin unterscheidet es sich von der Harmonika – fundiert, praxisnah und mit konkreten Zahlen.

Erfindungsjahr: 1829 · Bauarten: 2 (Knopf- und Tastenakkordeon) · Tastenanzahl (Diskant): bis zu 120 · Preisspanne: 200 € – 50.000 € · Bekannteste Marke: Hohner

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Anzahl der Untertypen (mehr als zwei möglich)
  • Höchster jemals gezahlter Preis für ein Akkordeon (keine offizielle Rekorddatenbank)
  • Hohner als bekanntester Hersteller (Quelle: Eigenaussage, keine unabhängige Rangliste)
3Zeitleisten-Signal
  • ca. 3000 v. Chr.: Sheng (Vorläufer in China)
  • 1829: Patent auf das „Accordion“ in Wien
  • Heute: elektronische Akkordeons und Weltfestivals
4Wie es weitergeht
  • Digitale Modelle wie das Hohner XT vereinen klassischen Balg mit MIDI-Steuerung
  • Wachsende Popularität in Pop und Jazz für junge Spieler

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick zusammen.

Merkmal Wert
Erfindungsjahr 1829
Bauarten 2 (diatonisch / chromatisch)
Anzahl Tasten Diskant bis zu 120
Bassknöpfe bis zu 140
Preisspanne neu 1.000 € – 50.000 €
Bekannteste Marke Hohner

Ist es schwer, Akkordeon spielen zu lernen?

Das Akkordeon verlangt Koordination von beiden Händen und dem Balg – eine Herausforderung, die sich aber mit leichten Einstiegsstücken meistern lässt. delamar (Musikportal) beschreibt das Instrument als dreiteilige Einheit aus Diskant, Bassteil und Balg. Der Einstieg fällt leichter, wenn man ein kompaktes Modell mit 48 Bässen wählt (Kirstein (Musikhändler)).

Was ist einfacher, Gitarre oder Akkordeon?

Die Gitarre hat einen einfacheren Einstieg, verlangt aber hohe Fingerfertigkeit. Beim Akkordeon liegt die Hürde in der beidhändigen Unabhängigkeit – wer bereits ein Tasteninstrument spielt, hat oft Vorteile. Laut HOHNER (Hersteller) ist die Bassseite immer mit Knöpfen belegt, während die rechte Seite wahlweise Knöpfe oder Klaviertasten trägt.

Was ist schwerer zu lernen, Akkordeon oder Klavier?

Das Klavier bietet eine lineare Tastenanordnung, das Akkordeon dagegen mehrdimensionale Steuerung durch den Balgdruck. Viele Anfänger empfinden das Klavier als zugänglicher. Doch das Akkordeon belohnt mit Tragbarkeit und einem reichen, voluminösen Klang – ein Kompromiss, den viele Spieler bewusst eingehen (delamar (Musikportal)).

Fazit: Für absolute Einsteiger ist die Gitarre oder das Klavier oft einfacher. Wer aber mit Geduld und einem leichten Instrument startet, kann am Akkordeon innerhalb weniger Monate erste Lieder spielen.

Was ist der Unterschied zwischen Harmonika und Akkordeon?

Der Begriff „Harmonika“ wird im Alltag oft als Oberbegriff für Mundharmonika, Ziehharmonika und Akkordeon verwendet. Im engeren Sinne steht die Ziehharmonika gleichbedeutend für das Akkordeon. Entscheidend: Ein Akkordeon hat auf der Diskantseite Knöpfe oder Tasten, auf der Bassseite immer Knöpfe (HOHNER (Hersteller)). Die Steirische Harmonika ist eine diatonische Sonderform – ein eigenes Kapitel für Volksmusiker.

Was das bedeutet: Wer im Musikgeschäft nach einer „Harmonika“ fragt, erhält mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Akkordeon – oder eine Mundharmonika. Der Kontext entscheidet.

Die Abgrenzung ist nicht immer scharf, aber für den Kaufentscheid entscheidend.

Welches Land hat das Akkordeon erfunden?

Das Akkordeon, wie wir es kennen, wurde 1829 von Cyrill Demian in Wien (Österreich) patentiert (Wikipedia (Enzyklopädie)). Vorläufer reichen bis ins antike China zurück: die Mundorgel Sheng (ca. 3000 v. Chr.) gilt als frühester Vorfahre des Balginstruments (Wikipedia (Enzyklopädie)).

Wer hat das Akkordeon erfunden?

Cyrill Demian, ein Wiener Instrumentenbauer, erhielt am 6. Mai 1829 das österreichische Patent auf sein „Accordion“. Die Patentschrift beschreibt ein Instrument, das „zugleich Melodie und Begleitung“ ermöglicht – eine damals revolutionäre Idee (Wikipedia (Enzyklopädie)).

Damit ist die Erfindung klar Österreich zuzuschreiben – auch wenn Vorläufer in anderen Kulturen existierten.

Welche zwei Arten von Akkordeons gibt es?

Die zwei Hauptkategorien sind diatonische und chromatische Akkordeons. Die Zuordnung hängt von Tonerzeugung und Tastenanordnung ab (HOHNER (Hersteller)).

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede auf einen Blick.

Vergleich: Tastenakkordeon vs. Knopfakkordeon
Eigenschaft Tastenakkordeon Knopfakkordeon
Bedienung Diskant Klaviertasten (wie beim Piano) Mehrreihige Knöpfe
Lernkurve für Anfänger Vertraut für Pianisten Ungewohnt, aber kompakter
Musikrichtung Pop, Klassik, Jazz Volksmusik, Folklore, Jazz

Der Haken: Beide Typen erfordern Einarbeitung. Wer bereits Klavier spielt, greift zum Tastenakkordeon. Für alpine Volksmusik ist die Knopfvariante – oft als Steirische Harmonika – die erste Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen diatonischem und chromatischem Akkordeon?

Das diatonische Akkordeon erzeugt beim Ziehen und Drücken des Balgs unterschiedliche Töne pro Knopf – das macht es kompakt und ideal für traditionelle Musik. Das chromatische Akkordeon liefert denselben Ton bei Zug und Druck und erlaubt freie Tonartenwechsel. Laut HOHNER (Hersteller) ist das diatonische Modell in Nord- und Südamerika verbreitet, das chromatische in Europa und Russland.

Wie viel ist ein altes Akkordeon wert?

Der Preis eines gebrauchten Akkordeons hängt von Marke, Baujahr, Zustand und Seltenheit ab. Ein Einsteigerakkordeon ist bereits ab 200 € erhältlich, professionelle Modelle kosten bis zu 5.000 € (delamar (Musikportal)). Den Höchstpreis erzielen Sonderanfertigungen – nach Expertenmeinung über 50.000 € für Top-Modelle von Pigini oder Hohner.

Die folgende Tabelle orientiert über die Marktpreise nach Bassanzahl.

Preisschätzung nach Modellgröße (Quellen: HOHNER, delamar)
Bassanzahl Neupreis ca. Gebrauchtpreis ca. Empfohlen für
48 Bässe 1.000–1.500 € 200–600 € Kinder, Einsteiger
72 Bässe 1.500–3.000 € 400–900 € Fortgeschrittene
96 Bässe 2.500–5.000 € 800–2.000 € Semi-Profi
120 Bässe 4.000–15.000 € 1.500–5.000 € Profi, Konzert
Sonderanfertigung ab 15.000 € bis >50.000 € Künstler, Sammler

Die Spanne ist riesig – das liegt an Handarbeit, Holzqualität und Mechanik. Ein altes Hohner-Veritas aus den 1950ern kann heute mehr wert sein als ein Neumodell aus Asien. Wer ein gutes Schnäppchen sucht, sollte auf Dichtheit des Balgs und korrekte Stimmung achten.

Was kostet das teuerste Akkordeon der Welt?

Der Spitzenpreis wird für Unikate und handgefertigte Konzertakkordeons gezahlt. Marken wie Pigini (Italien) und Hohner (Deutschland) liefern Modelle, die die 50.000 €-Marke überschreiten – oft mit Goldauflagen oder Spezialausstattungen. Ein offizieller Rekord existiert nicht, da es keine zentrale Datenbank gibt.

Wer ist der berühmteste Akkordeonspieler?

Die Antwort hängt vom Musikgeschmack ab. Weltweit besonders bekannt sind Richard Galliano (Frankreich, Jazz/Classique), Myron Floren (USA, Lawrence-Welk-Show) und Astor Piazzolla (Argentinien, Bandoneon – der Bruder des Akkordeons). Im deutschsprachigen Raum genießt Martin Tezak (Österreich) hohes Ansehen (Wikipedia (Enzyklopädie)).

Das Paradox

Trotz weltweiter Popularität fehlt dem Akkordeon der Status eines Mainstream-Instruments. Die bekanntesten Virtuosen – Galliano, Piazzolla – bleiben in Nischen erfolgreich. Das ändert sich langsam durch junge Pop-Künstler, die das Akkordeon wiederentdecken.

Das bedeutet: Wer heute einsteigt, kann von einer wachsenden Szene profitieren.

Upsides

  • Tragbar und unabhängig von Strom oder Verstärker
  • Vielseitig: Volksmusik, Jazz, Pop, Klassik
  • Orchesterklang aus einem Gerät (Melodie + Begleitung)
  • Hohe Haltbarkeit bei guter Pflege

Downsides

  • Steile Lernkurve durch Koordination von Händen und Balg
  • Gewicht (10–15 kg für große Modelle) belastet Schultern und Rücken
  • Anschaffung: gute Instrumente kosten mehrere Tausend Euro
  • Wartungsintensiv (Balgdichtheit, Stimmung, Mechanik)

Schritt-für-Schritt: Akkordeon kaufen für Anfänger

Die richtige Wahl hängt von Alter, Körpergröße und Budget ab. Die folgenden Schritte helfen, Fehlkäufe zu vermeiden.

  1. Typ wählen: Tasten- oder Knopfakkordeon? Wer Klaviererfahrung hat, greift zur Taste. Für Volksmusik ist das Knopfakkordeon ideal (HOHNER (Hersteller)).
  2. Größe bestimmen: Die Bassanzahl bestimmt Umfang und Gewicht. 48 Bässe für Kinder, 72–96 für Erwachsene, 120 für Konzertgröße (delamar (Musikportal)).
  3. Gewicht prüfen: Kirstein rät zu einem leichten Modell, um Spielschmerzen zu vermeiden (Kirstein (Musikhändler)).
  4. Budget setzen: Gebraucht ab 200 € (Einsteiger), Neu ab 1.000 €. Qualität erkennt man an dichtem Balg und gleichmäßigem Klang.
  5. Probespielen: Im Fachgeschäft anprobieren – das Instrument muss am Körper bequem aufliegen. Kein Online-Kauf ohne vorheriges Testen.

Wer diese Schritte beachtet, vermeidet typische Anfängerfehler und investiert gezielt.

Geschichte des Akkordeons – Eine Zeitreise

  • – Sheng, die chinesische Mundorgel, als erster Vorläufer (Wikipedia (Enzyklopädie))
  • – Cyrill Demian erhält in Wien das Patent für das „Accordion“ (Wikipedia (Enzyklopädie))
  • – Verbreitung in der Volksmusik Europas (Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich)
  • – Etablierung im Jazz (Art Van Damme, Galliano) und in der populären Musik
  • – Elektronische Modelle mit MIDI, weltweite Festivals wie das „CIA Akkordeon Festival“

Die Entwicklung zeigt: Das Akkordeon hat sich von einem simplen Begleitinstrument zum vielseitigen Soloinstrument gewandelt – getragen von Virtuosen, die seine Klangfarbe in Jazz und Klassik hievten.

„Das Akkordeon ist ein Orchester in der Hand – man hat Melodie, Begleitung und Rhythmus gleichzeitig. Das gibt dem Spieler eine unfassbare Freiheit.“

Richard Galliano, Jazzakkordeonist – zitiert nach akkordeon.online (Fachportal)

„Mein Instrument ist so eingerichtet, dass man zugleich Melodie und Baß begleiten kann, ohne einer fremden Hülfe zu bedürfen.“

Cyrill Demian, Patentschrift 1829 – zitiert nach Wikipedia (Enzyklopädie)

Auch heute noch ist der Spagat zwischen den beiden Welten – Tradition und Moderne – das eigentliche Markenzeichen des Akkordeons. Für den deutschen Einsteiger in Wien oder München bedeutet das: Die Entscheidung für ein Instrument ist nicht nur eine Frage des Klangs, sondern auch des Lebensgefühls. Wer sich für alpine Volksmusik begeistert, kommt an der Steirischen Harmonika nicht vorbei. Wer lieber Jazz oder Pop spielt, greift zum chromatischen Tastenakkordeon. Der Preis, den man investiert, spiegelt vor allem die Handarbeit und die verwendeten Materialien wider – günstige Massenware aus Asien ist erkennbar an undichten Bälgen und schlecht klingenden Stimmzungen. Einsteiger sollten daher immer im Fachgeschäft probespiele, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Das Fazit für Einsteiger

Ein gebrauchtes 48‑Bass-Akkordeon von Hohner oder Pigini für 400–600 € ist der ideale Start. Es ist leicht, günstig und lässt sich später problemlos weiterverkaufen. Wer gleich ein großes 120‑Bass-Modell kauft, riskiert Frust und Rückenschmerzen.

Wer sich intensiver mit dem Instrument beschäftigen möchte, findet unter Akkordeon lernen und kaufen zahlreiche praxisnahe Ratschläge und Hintergrundinformationen.

Häufig gestellte Fragen

Ist das Akkordeon ein Blasinstrument?

Nein, es ist ein Durchschlagzungeninstrument – der Ton entsteht durch freischwingende Metallzungen, die durch Luftdruck aus dem Balg angeregt werden. Technisch gehört es zu den Aerophonen, aber nicht zu den Blasinstrumenten.

Wie lange dauert es, Akkordeon spielen zu lernen?

Einfache Volkslieder können nach 3–6 Monaten gespielt werden. Bis zu einem soliden Niveau vergehen 2–3 Jahre. Wichtig ist regelmäßiges Üben (20–30 Minuten täglich) und eine gute Anleitung.

Kann man Akkordeon autodidaktisch lernen?

Ja, viele erfolgreiche Spieler haben sich das Akkordeon selbst beigebracht. Hilfreich sind Video-Tutorials, Apps und Bücher. Für die korrekte Haltung und Balgtechnik ist jedoch mindestens ein paar Stunden Unterricht empfehlenswert.

Welches Akkordeon eignet sich für Anfänger?

Ein gebrauchtes chromatisches Tastenakkordeon mit 48–72 Bässen. Marken: Hohner (Einsteigermodelle wie „Hohner Bravo“), Pigini („Pigini Super“). Preisrahmen: 400–1.000 € gebraucht.

Was ist der Unterschied zwischen Akkordeon und Bandoneon?

Das Bandoneon ist eine Sonderform des diatonischen Akkordeons, entwickelt in Deutschland. Es hat eine charakteristische quadratische Form und einen sehr eigenständigen Klang – berühmt durch den Tango (Astor Piazzolla). Anders als das Akkordeon hat es auf beiden Seiten Knöpfe.

Wie pflegt und lagert man ein Akkordeon richtig?

Trocken lagern (Keller vermeiden), Balg regelmäßig lüften, nach dem Spielen mit einem weichen Tuch abwischen. Alle 2–3 Jahre eine Wartung durch einen Fachmann durchführen lassen.

Welche Musikrichtungen werden mit Akkordeon gespielt?

Volksmusik (Alpenraum, Nordeuropa, Osteuropa), Jazz („French Musette“ und Gypsy Jazz), Pop (Künstler wie „Zaz“), Klassik (Orchesterwerke von Tschaikowsky, Piazzolla), Tango (Bandoneon) und Weltmusik.

Diese FAQ deckt die häufigsten Einsteigerfragen ab – bei tiefergehenden Fragen lohnt der Besuch im Fachgeschäft.